Max Frisch

1911 - 1991

WARUM NICHT FRISCH-ZELLEN?

Kann man heute noch gleichzeitig im Beruf stehen und Weltliteratur schaffen? Die Arbeitsteilung gebietet doch, das eine zu tun und das andere zu lassen. Nicht aber Max Frisch, er stellte sich diesem Trend, weil er es verstand, seinen Fall zur Welt zu machen. Was nämlich trieb den Architekten und Schriftsteller aus Zürich um? Mit einem Wort: Eine grosse Sensibilität für eine Wohlstandsgesellschaft, die drauf und dran ist, sich ihres Sinnes zu entleeren und zu erstarren.

Dabei stellte er bohrende und berührende Fragen; sie schienen ihm treffender als rasche Antworten. Wo er gar weder Fragen noch Antworten sah, führte er mit Parabeln seiner Leserschaft den Spiegel vor. Das Werk „Biedermann und die Brandstifter“ zeigt auf einzigartige Weise, wie eine Stadt und ihre Feuerwehr an den Brandstiftern vorbeisieht, mit offenen Augen dem Flammenmeer zuschaut und noch rufen kann: Zum Glück ist’s nicht bei uns.

War Max Frisch ein Moralist? Wenn schon, dann nicht um zu verurteilen, aber um ein Licht auf Situationen zu werfen und uns die Augen zu öffnen. Er tat dies vor allem dort, wo er glaubte, die Mächtigen würden nur die Zeit anhalten. Dass er dafür die chinesische Mauer als treffendes Symbol verwendete, zeigt, dass Frisch über den Tag hinaus dachte.

Wofür steht Max Frisch, wenn man in betriebswirtschaftlichen und Führungsfragen auf ihn Bezug nehmen will? Wohl klar dafür, dass jeder Entscheid nur so gut ist, wie die zuvor erstellte Lageanalyse mit ihren zuweilen versteckten und offenen Agenden, der Frage aber auch, was daraus folgen soll. Wollen Sie das alles allein an die Hand nehmen oder auf der Grundlage von abgestützten Methoden?